02.02.2022 / Vorstoss / /

INTERPELLATION / Kinder und Jugendliche unter Druck

Kinder und Jugendliche unter Druck: starke Zunahme von psychischen Problemen auch im Kanton Schwyz

Im Kanton Schwyz gibt es gemäss zahlreichen Berichten immer mehr Kinder und Jugendliche mit erheblichen psychischen Problemen. Der Regierungsrat selber hält im Beschluss Nr. 499/2021 fest, dass beim KJP (Kinder- und Jugendpsychiatrie) Schwyz ein grosser Andrang mit Warteliste bestehe. Mit der Sensibilisierungskampagne «Wie geht es dir?» und dem Netzwerk «Gesunde Schulen Schwyz» will der Kanton auf die psychische Gesundheit der Jugendlichen aufmerksam machen, diese fördern und stützen.

Das zunehmend wachsende Problem hört selbstverständlich nicht an der Kantonsgrenze auf: Die WHO geht in ihrem Report von 2011 (!) davon aus, dass Depression die häufigste Krankheit sein bzw. werden wird. Durch Corona scheint die Problematik akzentuiert worden zu sein, sie wird aber langfristig eine grosse Herausforderung bleiben. Laut Triaplus AG, die im Auftrag des Kantons Schwyz sowie der Kantone Uri und Zug eine ambulante psychiatrische und psychotherapeutische Grundversorgung für Kinder und Jugendliche anbietet, bestehen aktuell Wartelisten von mehreren Wochen bis Monaten. Bemängelt wird, dass die Hürden beim Kinder- und Jugendpsychiater vorstellig zu werden, nach wie vor (zu) hoch sind. Die Situation für betroffene Kinder und Jugendliche wird immer schwieriger. Bei einem ernsthaften psychischen Problem muss eine sofortige Behandlung stattfinden können. Es besteht dringender Handlungsbedarf.

Daher stellen wir dem Regierungsrat folgende Fragen:

  1. Wie beurteilt der Regierungsrat die aktuelle Situation und die Perspektiven für die nächsten Jahre?
  2. Wie plant der Regierungsrat konkret, die akuten Behandlungsengpässe abzubauen und künftig vorzubeugen?
  3. Zurzeit steht im Kanton Schwyz nur eine ambulante psychiatrische und psychotherapeutische Grundversorgung für Kinder und Jugendliche zur Verfügung. Sind kurz-, mittel- und langfristig andere bzw. zusätzliche Behandlungsangebote geplant?
  4. Bestehen in den verschiedenen Schulstufen (Primar- sowie Sekundarstufe 1 und 2) Konzepte oder niederschwellige Unterstützungsmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche mit psychischen Problemen?
  5. Wie kann die Schul-Sozialarbeit künftig auf allen Schulstufen (Primar- sowie Sekundarstufe 1 und 2) sicherstellen, dass sie in der Lage ist, adäquat auf kranke Kinder und Jugendliche einzugehen und deren Probleme abzufedern?

Wir danken dem Regierungsrat für die Beantwortung unserer Fragen.

Irene Huwyler                                          Anni Zehnder                                 Franz-Xaver Risi

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