22.09.2021 / Junge Mitte Kanton Schwyz / /

Liebe sei Liebe, sagte der Abt

Liebe sei Liebe, sagte der Abt

An meiner ersten GV der damaligen JCVP Kanton Schwyz (heute Die Junge Mitte Kanton Schwyz) im Jahre 2017 besuchten wir die Stiftsbibliothek in Einsiedeln und hatten ein angenehmes Gespräch mit Abt Urban Federer. Wir durften ihm kritische, ernste, weniger seriöse und persönliche Fragen stellen. So stellte ich ihm die Frage: „Wie stehen Sie zum Thema gleichgeschlechtliche Ehen?“ Seine Antwort fand ich einleuchtend, wie auch überraschend. Der Geistliche meinte nämlich, dass er 2 Rollen habe: Eine als Abt und Katholik und eine als zivilrechtlicher Bürger.

Als Abt und Geistlicher müsse er gegen eine kirchliche Ehe sein. Denn nur Mann und Frau könnten biologisch gesehen eigene Kinder bekommen. Die Familiengründung sei das wichtigste Projekt einer kirchlichen Ehe und auch im Sinne des Christentums. Daher lehne er die Ehe für Alle in der Kirche strikt ab.

Zivilrechtlich sollte es aber dem Staate egal sein, führte der Benediktiner aus, welches Geschlecht 2 Menschen haben, die sich lieben. „Was soll ich dagegen haben, wenn 2 Personen sich lieben?“, fragte er rhetorisch. Deshalb sei er als Bürger für die zivilrechtliche, gleichgeschlechtliche Heirat. Er würde es einfach nicht „Ehe“ nennen, da dieses Wort religiös konnotiert sei.

Diese kleine Anekdote wollte ich all jenen mitteilen, die aus religiösen Gründen Angst vor der (zivilrechtlichen) Abstimmung an diesem Sonntag haben.

Raphael Seunig

Präsident Die Junge Mitte Kanton Schwyz

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079 953 24 50