19.05.2021 / Leserbrief / /

Landwirtschaft mies gemacht

Landwirtschaft mies gemacht Mit der Pestizidinitiative wird die Schweizer Landwirtschaft faktisch an den Pranger gestellt. Den Landwirten wird unterstellt, mit Pestiziden die Böden und das Trinkwasser zu vergiften. Kein Landwirt spritzt unnötig Pestizide, weil diese teuer sind und vergiftete Böden zu allererst dem Landwirt direkt schaden,

Landwirtschaft mies gemacht

Mit der Pestizidinitiative wird die Schweizer Landwirtschaft faktisch an den Pranger gestellt. Den Landwirten wird unterstellt, mit Pestiziden die Böden und das Trinkwasser zu vergiften. Kein Landwirt spritzt unnötig Pestizide, weil diese teuer sind und vergiftete Böden zu allererst dem Landwirt direkt schaden, weil dort kaum mehr etwas gedeiht. Die Initianten behaupten wider besseres Wissen, dass es keinen Gegenvorschlag zu ihrer Initiative gäbe. Doch das Parlament hat einen indirekten Gegenvorschlag ausgearbeitet, um das Grund- und Trinkwasser noch besser zu schützen. Der völlige Verzicht auf Pestizide in der Landwirtschaft – das sind Pflanzenschutzmittel und Biozide für Reinigung und Hygiene – ist völlig unrealistisch. Betroffen sind von dieser Bestimmung auch Biobauern, denn auch sie setzen Pflanzenschutzmittel ein. Und auch Biobauern sind für die Stallhygiene auf Biozide angewiesen. Die Vorgabe «pestizidfrei» würde die Produktion der Schweizer Landwirtschaft massiv reduzieren. Bauern könnten ihre Ernte nicht vor Pilzen und Schädlingen schützen. Die regionale Produktion würde einbrechen und die Preise für Regionales würden massiv ansteigen. Leitungswasser lässt sich in der Schweiz bedenkenlos trinken. Die Trinkwasserinitiative schränkt nicht allein die regionale Produktion ein. Die Nahrungsmittel würden in der Schweiz massiv verteuert. Verarbeitungsbetriebe würden ins Ausland abwandern. Gemäss der Trinkwasserinitiative dürfen Direktzahlungen nur noch an Landwirtschaftsbetriebe ausgerichtet werden, die keine Pflanzenschutzmittel verwenden und kein Futter für die Tiere zukaufen. Damit ist auch der Biolandbau betroffen. Auch die Schweizer Landwirtschaft ist arbeitsteilig aufgestellt. Die Eierproduktion, die Produktion von Hühnerfleisch und Schweinefleisch im Berggebiet käme zum Erliegen, weil nur noch betriebseigenes Futter verwendet werden dürfte. Das Produktionsmanko müsste importiert werden. Deshalb Nein zur Pestizidinitiative und zur Trinkwasserinitiative.

Bruno Beeler, Präsident CVP Kanton Schwyz, Kantonsrat CVP, Goldau