05.11.2020 / Leserbrief / /

Der Gegenvorschlag: Alibi –Übung statt Lösung

Der Gegenvorschlag: Alibi –Übung statt Lösung

Die Gegner der Konzernverantwortungsinitiative argumentieren immer wieder damit, dass der Ständerat einen Gegenvorschlag ausgearbeitet hat, welcher automatisch in Kraft tritt, wenn die Initiative abgelehnt wird. Der Gegenvorschlag sieht genau etwas vor: Eine Berichterstattungspflicht. Firmen müssen also nichts Weiteres machen, als offen zugeben, dass sie sich nicht an Menschenrechte halten und nichts gegen Korruption, Missbrauch und Folter im eigenen Betrieb unternommen haben. Die Konzerne müssten also auch künftig keine Verantwortung übernehmen und nichts an ihrem Handeln ändern. Wie soll das bitteschön auch nur ansatzweise etwas helfen? Ich sehe darin nur einen weiteren Papiertiger, den man kontrollieren muss, ob die nichts bringenden Berichte auch geschrieben werden. Die wahre unnötige Bürokratie versteckt sich also im Gegenvorschlag und nicht in der Initiative. Damit fehlbare Konzerne auch wirklich für Ihr Verhalten haftbar gemacht werden, gibt es nur einen Weg: Ja zur Konzernverantwortungsinitiative!

Raphael Seunig

Präsident Junge CVP SZ
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