02.09.2020 / Leserbrief / /

PRO Sekpro; mit der Bildung unserer Kinder „spasst“ man nicht!

PRO Sekpro; mit der Bildung unserer Kinder „spasst“ man nicht!

Der Schwyzer Bildungsdirektor Stähli beginnt seinen Contra Kommentar im Höfner am 2. September mit folgender Aussage „Leistungshomogene Klassen, wie Sie bei der Sekpro geplant sind, haben keinen positiven Effekt auf den individuellen Leistungszuwachs bei den Schülerinnen und Schüler. Daher sind sie weder pädagogisch noch erziehungswissenschaftlich begründbar.“ Mit Verlaub lieber Michael, das ist bullshit und das weisst Du selber auch ganz genau (ansonsten lese den AVS-Bericht zu den bis jetzt gemachten äusserst positiven Erfahrungen der Sekpro nochmals durch).

Das genaue Gegenteil ist also der Fall und dies ist wissenschaftlich und empirisch dutzendfach belegt! Aber auch schon nur der normale Menschenverstand reicht aus, um diese völlig quere Aussage zu demaskieren. In allen Bereichen gibt es Leistungskategorien bei Kindern und Jugendlichen (Musik, Sport etc.), damit im „goldenen Lernalter“ der gezielte Austausch mit ähnlich talentierten positive Entwicklungseffekte für jeden Beteiligten hat.

Wie kommt nun ein bürgerlicher Politiker (Stähli ist wie ich Mitglied der CVP im Kanton Schwyz) dazu, durch eine derart falsche und dogmatische Sichtweise sich in der Diskussion zur kantonalen Bildungspolitik zu äussern? Der Verdacht liegt leider Nahe, dass hier die Beamten im Bildungsdepartement, die seit Jahren mit der immer gleichen Begründung die da lautet „es ist nicht gerecht, wenn ein Kind in den Höfen mehr Möglichkeiten hat als ein Schüler in Alpthal“ eine Politik betreiben, die da heisst „alles über den gleichen Kamm zu scheren“, Stähli diese Aussage haben machen lassen. Dies ist ein völlig fehlgeleitetes, weil dogmatisches Gerechtigkeits- sprich Gleichmacherverständnis, dass wir vom – in Europa zum Glück längst überwundenen – Sozialismus her kannten.

Fakt ist, dass die Realitäten in den Höfen andere sind als im inneren Kantonsteil, gehen doch bis zu 25% eines Jahrgangs hier in Privatschulen, während der kantonsweite Durchschnitt in Schwyz bei 2% liegt. Wenn wir die Gerechtigkeitsfrage in den Vordergrund stellen wollen, dann lautet die relevante Frage „ist es gerecht, dass sich wohlhabende Familien die vermeintlich qualitativ besseren Privaten Bildungsinstitutionen für ihre Kinder leisten können?“ und „lassen wir zu, dass die zentralistische Bildungspolitik des Bildungsdepartements jegliche bezirkspezifischen Initiativen und Angebote wegen ihrer antiquierten, bequemen und dogmatischen Sichtweise, torpediert?“

Es reicht für Exekutivpolitiker nicht, in Sonntagsreden vom Wissen als Rohstoff des 21. Jahrhunderts und zukunftsträchtigen Lernkompetenzen zu sprechen und in den sechs Tagen dazwischen alten Zöpfen nachzuhängen. Es gibt Politiker die verwalten und solche die gestalten. Die Bildungspolitiker in den Höfen versuchen, zu der zweiten Kategorie zu gehören. Es wäre jammerschade, wenn durch eine durch den Kanton diffundierte faktisch falsche Informationspolitik, man nun gehindert würde, im Interesse und zum Wohle unserer Kinder die Weichen in der kantonalen Bildungspolitik richtig zu stellen. Ich hoffe sehr, dass die verantwortungsvollen Stimmbürgerinnen und Stimmbürger des Kanton Schwyz bei dieser sehr wichtigen Bildungsvorlage, dem Bildungsdirektor wie bereits vor neun Monaten bei der Abstimmung zur Kantonsschule Ausserschwyz (KSA) geschehen, erneut die rote Karte zeigen und zugunsten unserer Kinder und Jugendlichen die Sekpro unterstützen und mit JA abstimmen.

Marco Casanova, lic.rer.pol. (ehe. Gemeinderat und Schulpräsident, Wollerau)