14.04.2020 / Vorstoss / /

Ausserhausbetreuung von Kleinkindern in Zeiten der Corona-Pandemie

Ausserhausbetreuung von Kleinkindern in Zeiten der Corona-Pandemie

In einem Schreiben an die Eltern von Kindern, welche in den Kitas betreut werden, fordert das Bildungsdepartement die Eltern auf, ihre Kinder wenn immer möglich selber zu Hause zu betreuen. Damit helfen diese, weitere Ansteckungen auf ein Minimum zu reduzieren. Weiter werden die Eltern im Schreiben aufgefordert, die geschuldeten Beträge an die Kitas trotz Selbstbetreuung, aus Solidarität gegenüber den Kitas, weiterhin zu bezahlen. Falls die Bezahlung der Kita zu finanziellen Schwierigkeiten führt, sollen diese Eltern sich beim Sozialamt der Gemeinde, bei der Winterhilfe oder bei der Glückskette melden.

Mit diesem Schreiben zeigt die Regierung meiner Meinung nach vor allem, welchen Stellenwert sie der Ausserhausbetreuung für Kleinkinder beimisst. Junge Familien sollen «aus Solidarität» zum Teil hohe Beträge an die Kitas überweisen, obwohl diese während dieser Zeit auf ihr Einkommen als Selbständig-Erwerbende verzichten oder den Tag mit Kinderbetreuung und die Nacht mit «Homeoffice» verbringen.

Andererseits ist es klar, dass die Kitas nur eine sehr beschränkte Zeit ohne diese Einnahmen überleben, da diese in der Regel selber auf finanziell sehr schwachen Füssen stehen.

Die Regierung hat Mittel bereitgestellt, um die Wirtschaft während der Coronakrise zu stützen. Eine meiner Meinung nach sinnvolle Unterstützung für die Wirtschaft wäre, die Infrastruktur für die Ausserhausbetreuung nicht zu gefährden, und hier mit den entsprechenden Mitteln die Kitas und damit die jungen Familien im Kanton zu unterstützen, dafür braucht es weder die Sozialämter noch die Winterhilfe.

Ich bitte die Regierung, folgende Fragen zu beantworten:

Ist sich die Regierung bewusst, dass die Kleinkinderbetreuungsstätten wie auch die jungen Eltern in
der Regel in wirtschaftlich angespannten Verhältnissen leben, aber langfristig eine sehr wichtige Stütze für das Fortkommen unserer Wirtschaft darstellen?

Ist sich die Regierung bewusst, dass diese «Knauserigkeit» gegenüber diesen Infrastrukturen die Teilnahme von vielen jungen gut ausgebildeten, vor allem Frauen, am Wirtschaftsleben, wie auch das Fortbestehen der Infrastruktur der Kitas infrage stellt?

Ist die Regierung bereit eine Lösung für die Kitas zu suchen, welche nicht auf dem Buckel der jungen Eltern gründet?

Ich bedanke mich für eine rasche und wirtschaftsfreundliche Antwort.

KR Paul Schnüriger, CVP