29.06.2017 / Leserbrief / /

Steuerlast in Einsiedeln – hoch oder tief ?

Leserbrief von Kantonsrat Simon Stäuble, CVP Einsiedeln

Kantonsrat Simon Stäuble, Einsiedeln

Im EA vom 13.6. stellt FDP-Kantonsrat Heinz Theiler die neue Steuerpolitik der FDP vor. Hierbei wird behauptet, dass die Steuerunterschiede zwischen den Gemeinden in den letzten Jahren nicht grösser, sondern gar kleiner geworden seien. Um dies zu verdeutlichen werden die Steuerfüsse der Gemeinden Wollerau und Einsiedeln verglichen. Heinz Theiler versteigt sich sogar zur Aussage, dass Einsiedler Steuerzahler mit den aktuellen Steuerfüssen besser gestellt seien als die Steuerzahler von Wollerau. Tatsache ist, dass der Vergleich von Einsiedeln mit Wollerau einen Faktor von 3.3 ergibt, das heisst in Einsiedeln sind 3.3 Mal mehr Steuern für die Erfüllung der öffentlichen Aufgaben (Gemeinde und Bezirk zusammen) zu bezahlen als in Wollerau. Das ist eine gewaltige Differenz, welche ungefähr schon seit dem Jahr 2000 besteht und welches es zu reduzieren gilt. Die FDP lässt zudem ausser Betracht, dass in Wollerau der Steuerfuss um einiges tiefer sein müsste, um sich mit Einsiedeln vergleichen zu lassen. Wollerau bietet einerseits mehr öffentliche Leistungen, hat per 31.12.16 ein doppelt so hohes Eigenkapital (43 Mio. Franken statt 21 Mio. Franken) und ein deutlich kleineres Fremdkapital (6 Mio. Franken statt 50 Mio. Franken). Die Disparität beim Steuerfuss ist deshalb – im Gegensatz zur Darstellung der FDP – deutlich höher als es den Anschein macht. Aber nicht nur Einsiedeln, sondern auch grosse steuerkraftschwachen Gemeinden wie Schwyz, Arth und Schübelbach weisen im Vergleich zu Wollerau bei den Steuern für Gemeinde und Bezirk einen Faktor von 3 oder höher auf. Mit der Reduktion der grossen Steuerbelastungsunterschiede bei den Gemeinden/Bezirken sollte ermöglicht bzw. erreicht werden, dass gute Steuerzahler sich auch in steuerkraftschwachen Gemeinden/Bezirken wie Einsiedeln niederlassen, wodurch sich die eigene Steuerkraft verbessern würde und auf längere Sicht der innerkantonale Ausgleich reduziert werden könnte.